Premium ist nicht gleich Premium

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Es ist manchmal unglaublich, was unerfahrenen Konsumenten als “Premium Matcha” verkauft wird!

Vor wenigen Tagen hatten wir eine Kundin im matchashop Berlin, die uns ihren “Matcha” mitgebracht hat, den sie gerade zuhause verwendet. Der “Matcha” ist als “Premium Qualität Matcha Japan Suko lieblicher Geschmack” gekennzeichnet, schmeckt aber laut ihrer Aussage recht herb bis bitter. Sie hat für 50g dieses Pulvers weniger als 10 Euro bezahlt.

sogenannter "Premium-Matcha"

Ein rein optischer Vergleich zu einem unserer “Premium Qualitäten” offenbart die großen Unterschiede zwischen einem original japanischen Matcha (hier der Bio Matcha Silk Premium von Teelirium) und der Sorte, die die Kundin mitgebracht hat:

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Hier sieht man sehr gut alleine schon die farblichen Unterschiede. Aufgrund der Beschattung der Teeplantagen einige Wochen vor der Ernte, bildet sich in den Blättern viel Chlorophyll, was für die schöne grüne Farbe des Matcha später verwantwortlich ist (vgl. http://matcha.de/im-schatten/). Wo der Matcha Silk Premium ein leuchtendes Grün ausstrahlt, so, wie es bei Matcha sein sollte, ist das grau-grüne Mischmasch des “Premium Suko” eher gewöhnungsbedürftig.

Nach der Ernte der Teeblätter, aus denen Matcha hergestellt wird, werden aus den Blättern alle Ästchen, Blattrippen und Stengel entfernt, sodass nur noch das reine Blattfleisch übrig bleibt, das dann traditionell auf Granitsteinmühlen langsam vermahlen wird (vgl.: http://matcha.de/im-schatten/im-reinraum/). Die endgültige Partikelgröße von Matcha ist dann etwa 10x feiner als Mehl. Matcha sollte bei der Zubereitung durch ein Sieb in die Matchaschale gegeben werden, um eventuelle Verklumpungen des Pulvers aufzulösen. Beim Durchsieben des “Premium Suko Matcha” durch ein herkömmliches kleines Küchensieb, welches man bspw. für Puderzucker nimmt, sind hingegen undefinierbare Rückstände im Sieb verblieben, die normalerweise nicht in Matcha hineingehören.

Geschmacklich können wir uns nur auf die Aussage unserer Kundin berufen, es widerstand uns doch zu sehr, eine Schale Matcha aus diesem Pulver zuzubereiten. Wie oben erwähnt, schmeckt der “Matcha” recht herb, stark und bitter. Der Bio Matcha Silk Premium von Teelirium hingegen, schmeckt mild, süßlich und ist sehr sanft im Abgang. Offenbar liegen hier geschmackliche Welten zwischen den beiden Premium-Sorten.

Der Geruch der “Premium Suko” Sorte erinnert an Küchenkräuter, die seit Jahren im Gewürzschrank stehen und ihr Mindesthaltbarkeitsdatum längst überschritten haben. Der Silk Premium riecht hingegen frisch, nach grünem Tee, leicht süßlich, etwas nussig, zart herb – eben genau so, wie Matcha riechen sollte und überhaupt nicht “alt”.

Preislich liegen natürlich auch Differenzen zwischen den beiden Sorten. Der Bio Matcha Silk Premium kostet 126,63 Euro, der “Premium Suko” liegt bei 18,30 Euro (zur besseren Vergleichbarkeit wurden beide Preise auf 100 Gramm umgerechnet). Damit kostet der Silk Premium knapp 7x mehr als der “Premium Suko”. Wenn man sich den immensen Aufwand anschaut, der benötigt wird, um qualitativ hochwertigen Matcha zu produzieren (vgl.: http://matcha.de/im-schatten/ und folgende Seiten), ist es fraglich, wie eine Premium-Qualität zu einem derart geringen Preis angeboten werden kann.

Zudem ist der Bio Matcha Silk Premium von Teelirium bio-zertifiziert nach EU-Bioverordnung, was wir leider beim “Premium Suko” nicht feststellen konnten.

Fazit:

Premium ist offenbar nicht gleich Premium. Wir vermuten, dass es sich beim “Premium Suko” nicht um einen original japanischen Matcha handelt, sondern dass es sich hierbei einfach um gemahlene Teeblätter handelt, die jedoch nichts mit original Matcha zu tun haben. Matcha-Neulinge, die bei ihrem ersten Kauf an einen “Premium Suko” geraten, werden wahrscheinlich abgeschreckt sein und nie wieder Matcha trinken wollen und das wäre schade!

 

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